Trinkwasser lagern ist die wichtigste Maßnahme der Blackout-Vorsorge — noch vor Essen, Strom und Wärme. Der Mensch überlebt ohne Nahrung mehrere Wochen, ohne Trinkwasser maximal 3–4 Tage. Bei einem längeren Stromausfall kann die Wasserversorgung zusammenbrechen: Pumpen fallen aus, Druckwasser steht nicht mehr zur Verfügung, Trinkwasser wird knapp.
Das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) empfiehlt 2 Liter Trinkwasser pro Person und Tag — für 14 Tage also 28 Liter pro Person. Wie ihr das sinnvoll lagert, welche Kanister sich eignen und wie ihr Wasser im Notfall selbst aufbereitet, erfahrt ihr hier.
Wie viel Wasser brauche ich wirklich?
Die BBK-Empfehlung von 2 Litern/Tag ist das absolute Minimum (Trinken + Kochen). Realistisch für einen normalen Haushalt — mit Körperpflege, Zähneputzen, einfachem Abwaschen — sind 3–4 Liter pro Person und Tag. Rechnet für euren Haushalt:
| Personen | Minimum (14 Tage) | Realistisch (14 Tage) |
| 1 Person | 28 Liter | 42–56 Liter |
| 2 Personen | 56 Liter | 84–112 Liter |
| 4 Personen | 112 Liter | 168–224 Liter |
Die besten Wasserkanister & Behälter für den Notfall
Wasserkanister (5–10 Liter) — ideal für den Einstieg
Lebensmittelechte Wasserkanister (10 Liter)* sind der einfachste Einstieg: günstig, stapelbar, in jedem Baumarkt erhältlich. Achtet auf die Kennzeichnung lebensmittelecht (PE-HD) und den Aufdruck „geeignet für Trinkwasser“. Wichtig: Nur Leitungswasser einlagern, kein Mineralwasser aus der Flasche abfüllen (falsches Material).
Große Wasserbehälter (60–120 Liter) — für Familien
Für Familien oder Menschen mit größerem Platzbedarf sind große Wassertanks (60–120 Liter)* effizienter. Sie lassen sich mit einem Hahn ausstatten, legen sich flach wenn leer und sind lebensmittelecht. Nachteil: schwer zu bewegen wenn voll, brauchen festen Stellplatz.
WaterBOB — für die Badewanne
Der WaterBOB* ist eine clevere Notfalllösung: ein großer Kunststoffbeutel, der in eure Badewanne gelegt und mit Leitungswasser befüllt wird — fasst bis zu 450 Liter. Wenn die Warnung eines bevorstehenden Ausfalls kommt, befüllt ihr ihn einfach. Einmalig verwendbar, aber für ~25€ eine günstige Katastrophen-Versicherung.
Trinkwasser richtig lagern: Die wichtigsten Regeln
- Kühl und dunkel lagern — Licht und Wärme fördern Algenwachstum
- Leitungswasser hält 6–12 Monate in sauberen, dunklen Behältern
- Behälter niemals mit dem Mund berühren — Bakterien übertragen
- Nicht auf Betonböden — Schadstoffe können migrieren (Palette drunter)
- Ablaufdatum markieren — jährlich erneuern
- Getrennt von Chemikalien — nicht neben Reinigungsmitteln oder Benzin
Wasser im Notfall aufbereiten: Wenn der Vorrat zur Neige geht
Wenn euer Vorrat aufgebraucht ist oder die Wasserqualität unsicher, gibt es drei bewährte Methoden:
1. Abkochen — die sicherste Methode
Wasser mindestens 1 Minute sprudelnd kochen (über 1000m Höhe: 3 Minuten). Tötet alle Bakterien, Viren und Parasiten ab. Braucht ihr Brennstoff — kombiniert gut mit unserem Guide zum Kochen ohne Strom.
2. Wasserfilter — für längere Perioden
Ein guter Wasserfilter filtert Bakterien, Protozoen und Schwebstoffe. Für den Blackout empfehlen wir den Sawyer Squeeze* oder den LifeStraw Personal*. Viren werden von einfachen Filtern nicht entfernt — dafür braucht ihr einen Keramikfilter oder zusätzlich Abkochen.
3. Chemische Aufbereitung — als letzte Reserve
Micropur Forte Tabletten* (Silberkationen + Chlordioxid) können Trinkwasser in 30 Minuten desinfizieren. Günstig, ewig haltbar, keine Stromabhängigkeit — ideal als Notfallreserve. Nicht für stark verschmutztes Wasser geeignet.
Einen vollständigen Überblick über alle Wasservorräte und -quellen findet ihr in unserer Blackout Vorsorge Checkliste sowie im Artikel über Wasser und Nahrung im Blackout.